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Überforderung - oder fehlende Leidenschaft?

HSV Insel Usedom - VfL Potsdam 27:39 (12:18)
News von Mittwoch,
21.12.2011, 09:04 Uhr

Kategorie: Nachwuchs
Die A-Junioren des HSV Insel Usedom blamieren sich von Spiel zu Spiel. Die Fans vermissen ein entsprechendes Engagement der Jungs.

„Jeder blamiert sich so gut er kann“, sagt eine Volksweisheit. Treffender sind die Auftritte der A-Junioren des HSV Insel Usedom in der Bundesliga derzeit nicht zu beschreiben!
Selbst gegen Teams, die vom Spielniveau her auf Augenhöhe agieren — wie der HSV Hamburg oder der Tabellenvorletzte VfL Potsdam, kassieren die Insulaner desaströse Niederlagen. Es fehlt offensichtlich Engagement und Willenskraft. „Die Jungs machen in der Halbzeit noch ihre Späßchen, auch wenn sie verlieren“, so Holger Preusche, ein enttäuschter Anhänger der Jugendhandballer. „Ohne Siegeswillen und die richtige Einstellung verprellt man noch die letzten treuen Fans. Verlieren ist immer erlaubt, aber dann bitte mit Anstand“, so Preusche.
Im Spiel gegen Potsdam zeigten nur Fink und Keeper Quednau entsprechende Moral. Letzterer stellte sich trotz Schmerzen in der Hand den Potsdamer Angreifern entgegen, parierte viele Bälle. „Er hatte aber bei einigen Würfen etwas Pech“, so HSV-Trainer Mike Blobel, der auch Fink ein Lob aussprach, „auch wenn er im Angriff unglücklich agierte. Florian war der einzige, der bis zum Schluss in der Rückwärtsbewegung arbeitete und viele Konter ablief.“
Schon in der Anfangsphase deutete sich an, dass es gegen den VfL schwer werden würde. Die Gäste legten ein 2:0 vor. Glende schaffte per Siebenmeter das 2:3, scheiterte danach aber mit einem zweiten Strafwurf. Auch Möller vergab den möglichen Ausgleich, sein Siebenmeter ging über den Kasten. Nach dem 4:5 (Fink) setzten sich die Potsdamer auf 10:5 ab. Sie bauten ihren Vorsprung bis zur Pause auf 18:12 aus. Die „Kabinenpredigt“ hatte wohl geholfen, denn Quednau konnte vier Minuten sein Tor sauber halten und Moscinski und Fink verkürzten auf 14:18. Dann hatten Utermark und Fink Pech mit ihren Pfostenwürfen und auch Glende hatte verworfen. Die Entscheidung fiel beim Stand von 16:20. Obwohl der HSV in Überzahl spielte, kassierte er innerhalb von drei Minuten fünf Konter. Potsdam erhöhte dann auf 27:16 und spulte den Rest locker runter.
Aufstellung HSV: Krol, Quednau; Glende 6, Glander, Schlosser, Utermark, Möller 4, Fink 5, A. Schmidt 4, P. Schmidt, Moscinski 8

Dass es besser geht, können die HSV-Jungs in der Woche beweisen. Es stehen Nachholspiele in Braunschweig (Mittwoch, 20 Uhr) und Leipzig (Donnerstag, 17.30 Uhr) an. Gegen den Tabellenletzten Braunschweig sollen zwei Punkte eingefahren werden. BeimTeam der Handballakademie Leipzig/Delitzsch hängen die Trauben um einiges höher. Die Akademie wird von drei Bundesligavereinen unterstützt und soll den Nachwuchs für die Clubs von Concordia Delitzsch, LHB und DHFK Leipzig sichern.

(von Lars Petersen, OZ 20.12.2011)


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