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Hohe Fehlerquote bei Insulanern

HSV Hannover - HSV Insel Usedom 35:29 (12:10)
News von Montag,
30.4.2012, 09:06 Uhr

Kategorie: 1. Männer
Teetzen: „Es ist gut, wenn die Mannschaft merkt, dass nicht alles von allein läuft.“

Es waren einfach zu viele Fehler. „Wir haben insgesamt 18 gemacht. So kann man gegen eine starke Mannschaft wie den HSV Hannover einfach nicht gewinnen“, beklagte Jens-Peter Teetzen, Trainer des HSV Insel Usedom, die Niederlage seiner Mannschaft. In der niedersächsischen Landeshauptstadt verlor das Inselteam das Punktspiel mit 29:35 (10:12).
In den beiden vorangegangenen Partien seien seiner Mannschaft insgesamt nur 15 technische Fehler unterlaufen, rechnete der Coach vor. Und sogar da hat sein Team bestimmt nicht den einen oder anderen Fauxpas produziert, der selbst einer Jugendmannschaft nicht passiert.
So verloren die Insulaner nach einer Viertelstunde in Überzahl den Ball, aus dem Tempogegenstoß holten die Gastgeber einen Siebenmeter heraus. Während Hannovers Schütze, Robin John, schon bereit war und die Schiedsrichter den Strafwurf freigaben, orientierte sich Usedoms Torwart Maik Hintze noch und suchte die für sich beste Position, um den Winkel für den Schützen zu verkürzen. John traf praktisch ohne Gegenwehr zum 6:4, weil Hintze noch gar nicht zum Gegner hochgeblickt hatte. Nicht viel besser stellten sich wenige Minuten zuvor seine Vorderleute an. Im Gefühl des sicheren Ballbesitzes war Hintze kurz zur eigenen Spielerbank gelaufen. Doch Hannovers Felix Richter lauerte beim Anwurf der Gäste, sprang dazwischen und traf schließlich ins leere Tor.
Dass der HSV Insel Usedom die Begegnung in der ersten Halbzeit noch ausgeglichen gestalten konnte, zeigt deutlich, dass auch die Gastgeber in einer anfangs zähen Begegnung nicht richtig in Tritt kamen. Keine Mannschaft führte mit mehr als zwei Toren. „Wir haben uns in der Pause darauf verständigt, dass wir unser Tempospiel besser aufziehen“, sagte Hannovers Trainer Stephan Lux — und diese Forderung setzten seine Akteure um.

Ein kleiner Zwischenspurt entschied die Partie. Hannover zog zwischen der 35. und 40. Minute von 15:15 auf 20:15 davon, zehn Minuten vor Schluss betrug das Polster erstmals sechs Tore. Diesen Vorsprung transportierten die Hausherren bis zum Ende. „Fünf Tore sind im Handball zwar nicht viel. Aber das war dann einfach nicht mehr aufzuholen“, sagte Teetzen. Hinzu kam, dass, über 60 Minuten gesehen, die bessere Torwartleistung für die Hannoveraner sprach. Zwar verhinderte Hintze noch in der 2. Halbzeit, dass John einen Siebenmeter über ihn ins Tor lupfte. Aber ansonsten bekamen Hintze und später Florian Berndt, wie man im Handball so schön sagt, keinen Ball zu fassen. „ Man darf aber nicht alles auf unsere Torleute schieben. Wir waren in der 2. Halbzeit in der Abwehr und im Rückzugverhalten schlecht, das war vor der Pause besser“, so Usedoms Trainer.
Der Niederlage an sich konnte Teetzen sogar einen positiven Aspekt abgewinnen. „Wir haben eine junge Mannschaft. Für ihre Entwicklung ist es vielleicht gar nicht verkehrt, wenn sie merkt, dass nicht alles von allein läuft.“ Nach der 36:33-Gala aus der Vorwoche gegen das Spitzenteam HSG Tarp-Wanderup hatte sich möglicherweise die Selbstzufriedenheit breit gemacht. „Im nächsten Spiel wartet jetzt das Derby gegen Stralsund auf uns. Da wird sich die Mannschaft wieder anders präsentiert“, glaubt Jens-Peter Teetzen - und wird für seine Mannschaft dann vor allem auf eine Minimierung der Fehlerquote hoffen.
Aufstellung Usedom: Hintze (1.-50.), Berndt (51.-60.); Wendlandt 6, Wicht 5, Wendt 5/3, Bernhardt 4, Nietzel 3, Fischer 3, Glende 2, Ruskov 1, Neidel, Fink, Moscinski

(von Stephan Hartung, OZ 30.04.2012)


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