HSV Insel Usedom: Weil Du das Spiel liebst!

Usedom beim Derby in Loitz nicht bissig genug

Marcus Deutsch brachte Schwung in den HSV-Angriff.

Nach der 28:32-Niederlage des HSV Insel Usedom beim Aufsteiger in die Handball-Oberliga Ostsee-Spree, der Spielgemeinschaft Uni Greifswald/Loitz, waren die gut 40 mitgereisten HSV-Fans natürlich enttäuscht. Ihre Mannschaft hatte in keiner Phase des Spiels die Nase vorn und lief stets einem Rückstand hinterher.

Auch Patrick Glende gehörte zu den Zuschauern. Der Rückraumspieler des HSV ist nach einer Operation noch lange Zeit „außer Gefecht“. Doch er wollte der Mannschaft Rückhalt geben, sie moralisch unterstützen. Vor der Partie war er optimistisch, dass „der HSV mit zwei Toren Vorsprung gewinnt.“ Es kam anders, und Glende glaubte auch zu wissen warum. „Es fehlte der Biss, sich in diesem Derby zu behaupten“, sagte er. Für ihn ist es bitter, zuschauen zu müssen: „Man kann nicht eingreifen, um zu korrigieren.“

Für Glende und auch viele andere Fans stellte sich die Frage nach der Mannschaftsaufstellung. So auch bei Manuela Teetzen, die einst selbst Handball spielte. „Zum einen kam Marcus Deutsch viel zu spät, zum anderen war das Spiel viel zu sehr auf Gordon Wicht und Dariusz Zajac zugeschnitten“, sagt die 53-jährige Heringsdorferin. Außerdem seien ein, zwei Spieler „Totalausfälle“ gewesen. Viel zu oft seien die Bälle nur verteilt worden, statt dass diese Spieler selbst den Abschluss gesucht hätten. „Und auch unsere beiden Torleute hatten nicht ihren besten Tag“, befand Teetzen.

Selbstverständlich ist auch HSV-Trainer Nico Heidenreich nicht vom Ergebnis und der damit verbundenen zweiten Niederlage in vier Spielen angetan. „Wir haben den Rückraum des Gegners nicht in den Griff bekommen“, stellte Heidenreich fest. In der Tat. Teilweise schlossen die Spieler der SG Uni Greifswald - vornehmlich die groß gewachsenen Jakub Olejniczak und Hannes Lemcke - sogar aus acht Metern Entfernung erfolgreich ihre Angriffe ab. 14 Treffer erzielten beide zusammen.

Durch die vielen Gegentore sind die Usedomer auch in ihren Angriffsbemühungen nicht so zum Zuge gekommen, wie sie es wollten. „Wir mussten immer wieder von der Mitte kommen, statt wie geplant mit hohem Tempo angreifen zu können“, sagte Heidenreich. Das funktionierte nur dann, wenn die Insulaner Bälle abgewehrt hatten. Bis zum Halbzeitpfiff spielten beide Teams annähernd auf Augenhöhe. Zwar hatten die Gastgeber nach zehn Minuten bereits einen Drei-Tore-Vorsprung herausgearbeitet, doch der HSV kämpfte sich bis auf 10:11 heran und glich nach dem Wiederanpfiff zum 11:11 aus. Dann aber vergrößerte die Spielgemeinschaft ihren Vorsprung kontinuierlich. In der 52. Minute führte die SG mit 23:18.

Heidenreich ordnete eine komplette Manndeckung an - und brachte Neuzugang Marcus Deutsch, der Ehrgeiz zeigte und bis zum Schluss fünf Tore warf. Selbstkritisch befand der HSV- Coach: „Marcus hatte erst sechs Trainingseinheiten mitgemacht. Ich wusste nicht genau, mit welcher Leistung er aufwarten kann. Fakt ist aber, dass er sich in dieser kurzen Spielzeit viel Vertrauen erarbeitet hat.“

Doch die Aufholjagd kam offensichtlich zu spät. Die Spielgemeinschaft ließ sich nicht beeindrucken. Zudem stoppte eine Auszeit die Angriffsbemühungen des HSV, der zwar bis auf 25:27 herangekommen war, die Niederlage aber nicht verhindern konnte.

SG Uni Greifswald/Loitz: Borchardt, Weier - Stefanicki 5, Schramm 3, Seidel, Hagemeier 5, Olejniczak 6, Wolski 1, Schumacher, Lemcke 8, Kokoszka 4/2.
HSV Insel Usedom: Fornal, Krynski - Loof 2/1, Zajac 5, Teetzen 1, Wicht 6/3, Deutsch 5, Machel 2, Statkiewicz 1, Dübener, Neidel 6.

Siebenmeter: SG 3/2, HSV 6/4.
Strafminuten: SG 12, HSV 6.
Zuschauer: 350.

Schiedsrichter: Kai Argewalt/Steffen Kaußmann (HV Brandenburg).

Spielfilm: 1:0 (2.), 2:2 (5.), 4:2 (8.), 5:3 (9.), 6:3 (10.), 6:5 (14.), 7:6 (17.), 8:8 (19.), 9:9 (24.), 11:9 (26.), 11:10 (27.) - 11:11 (33.), 13:11 (37.), 14:12 (38.), 15:12 (39.), 18:17 (46.), 21:17 (49.), 25:19 (53.), 27:22 (56.), 27:25 (57.), 29:26 (58.), 30:26 (58.)., 31:27 (59.), 32:28 (60.).

 

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