HSV Insel Usedom: Weil Du das Spiel liebst!

Wieder Brandenburg! Erste Niederlage in eigener Halle seit Oktober 2016

Colin Zornow gab sein Debüt in der ersten Männermannschaft

HSV Insel Usedom - SV 63 Brandenburg-West 29:30 (15:17)

In einem Abenteuerfilm würde es wahrscheinlich heißen: „Es endet dort, wo es begann.“ Mit dem 29:30 gegen den SV Brandenburg-West kassierten die Viertliga-Handballer des HSV Insel Usedom die erste Niederlage in eigener Halle seit dem 22. Oktober 2016. Vor 17 Monaten waren es auch die Brandenburger, die die Usedomer bezwungen hatten - und das auch mit 30:29.

Bereits im Vorfeld wurde viel über die angespannte Personalsituation bei den Insel-Handballern geredet und geschrieben. So fielen unter anderem alle drei Torhüter aus. Die Verantwortlichen des HSV hatten noch unter der Woche alle Hebel in Bewegung gesetzt und versucht, Torwart-Oldie und Publikumsliebling Carsten Müller für diese Partie zu reaktivieren. Müller hatte auch zugesagt. Allerdings blieb er am Sonnabendmorgen auf dem Flughafen in Budapest stecken, wo er sich beruflich aufhielt.

All diese Hiobsbotschaften - zahlreiche Verletzte, fehlende Torleute - waren aber nicht der Grund für die Niederlage. "Unser Problem lag ziemlich deutlich im offensiven Bereich", sagte HSV-Trainer Nico Heidenreich. "Wir haben bereits in der ersten Halbzeit viele sehr gute Chancen ausgelassen. Damit kann man überhaupt nicht zufrieden sein. Wir wussten, dass es schwer wird. Aber die heutige Leistung hat nicht ausgereicht", sagte der Coach auf der Pressekonferenz. Für den 17-jährigen Ersatz-Torhüter Colin Zornow hatte Heidenreich jedoch ein Lob übrig: "Das war für Colin im Tor natürlich eine große Umstellung. Er hat erst heute erfahren, dass er ganz allein stehen wird. Er hat seine Sache aber super gemacht."

Mit dem ersten Angriff gingen die Gäste direkt in Führung. Zunächst glich Alexander Leow aus, doch im Anschluss schlichen sich schnell die ersten Schludrigkeiten ein. Schon in der Anfangsphase ließen die sonst so sicheren Schützen wie Dawid Nowomiejski, Marcus Deutsch oder Gordon Wicht gute Chancen aus. Nach gut zehn Minuten hatte Brandenburg drei Tore Vorsprung.

Der HSV änderte die Formation. Doch mit vielen ungenauen Würfen wurde Brandenburgs Torhüter Denny Alpers immer stärker gemacht. Mitte der ersten Hälfte gelang es den Gästen sogar mit fünf Toren davon zu ziehen. Beim HSV lief nichts zusammen. Konstanz gab es bis dahin nur bei den Strafwürfen, die Alexander Leow sicher verwandelte. "Das war schon ein Nackenschlag für die Mannschaft. So einen Auftritt habe ich von uns natürlich nicht erwartet", meinte Heidenreich, der selbst als zweiter Torhüter auf dem Spielformular stand.

Ein wenig Hoffnung keimte kurz nach dem Seitenwechsel auf. Die Usedomer kämpften sich heran und übernahmen mit dem 25:24 durch Marcus Deutsch zum ersten Mal die Führung, jedoch sollte es auch das letzte Mal sein. Die entscheidenden Situationen wurden entweder kläglich vergeben, oder der Pfosten war im Weg. Mit einem engagierten Auftritt sicherte sich der Tabellenletzte den Sieg.

"Nach den letzten Wochen und Monaten ist dieser Spielausgang Balsam für uns. Ich habe die Mannschaft im Dezember übernommen und gewusst, dass die Truppe Potenzial hat. Allerdings haben die Spieler den Kopf nicht frei und sind regelmäßig zu schnell eingeknickt", meinte Brandenburgs Trainer Trainer Sven Schößler nach der Partie. "Unser Abstieg steht fest. Wir wollen die noch ausstehenden Partien aber schon als Vorbereitung auf die nächste Saison nutzen. Heute ist die Mannschaft über den Kampf ins Spiel gekommen und hat sich diesen Erfolg verdient. Ich verspreche, dass wir uns in zwei Jahren wiedersehen", so der Trainer, dem die Freude über den Erfolg deutlich anzumerken war.

Statistik

HSV: Zornow, Heidenreich - Nowomiejski 2, Loof 1, Zajac 2, Witt, Leow 11/7, Wicht, Deutsch 8, Machel, Kellermann 1, Statkiewicz, Dübener 2, Neidel 2.

Siebenmeter: HSV 9/7, SVB 6/5.
Strafminuten: HSV 10, SVB 14.


Colin Zornow: Mit eigener Leistung zufrieden

Wann haben Sie erfahren, dass Sie Ihr Debüt in der Männermannschaft geben?

Colin Zornow: Bereits am Montag. Ich habe dann auch schon mittrainiert. Allerdings hat es mich am Samstag überrascht, dass ich der einzige Torhüter bin. Geplant war, dass Carsten Müller aushilft. Das hätte mir sicher einen Schub gegeben.

Ist es eine Umstellung von der A-Jugend zum Männerbereich?

Auf jeden Fall. Das habe ich in der Woche schon im Training mitbekommen. Die Würfe kommen viel härter und cleverer.

Wie sehen Sie das Spiel?

Schade, dass wir verloren haben. Mit meiner persönlichen Leistung war ich relativ zufrieden. Nach dem ersten gehaltenen Ball war die Nervosität so gut wie weg. Wir waren vorn zu fahrlässig, haben zu viele Chancen ausgelassen. Es hat mir aber trotzdem Spaß gemacht.

 

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